Sodbrennen

Befindlichkeitsstörung oder Krankheit?

 

Sodbrennen wird durch Aufstoßen von saurem Magensaft und Mageninhalt in die Speiseröhre, manchmal sogar bis in den Mund, verursacht. Charakteristisch, bei jedem Dritten, ist ein brennender Schmerz im Bereich des oberen Bauches und der Magengegend sowie hinter dem Brustbein. Anders als der Magen ist die Speiseröhre nicht gut gegen Säure geschützt.

 

Verursacht wird das Brennen dadurch, dass der Schließmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen nicht richtig funktioniert. Säure aus dem Magen läuft in die falsche Richtung und tritt in die Speiseröhre zurück, wo sie die empfindliche Schleimhaut reizt.

 

Sodbrennen ist kein Zeichen der Übersäuerung sondern ein Zeichen der richtigen Säure am falschen Platz, nämlich der Speiseröhre. Diese Schmerzen treten wiederholt auf, können unbehandelt zum Teil stundenlang mit hoher Intensität andauern und vermindern die Lebensqualität der Betroffenen deutlich. Weiters sind Indizien, wie therapieresistenter Husten, Asthma, Kehlkopfentzündung mit Heiserkeit, “Halsschmerzen“ und Brustdrücken ohne Herzkrankheit ein Zeichen von möglicher Refluxerkrankung.

Ursache

Unter Reflux (Rückfluss) versteht man das Zurückfließen von saurem Magensaft in die Speiseröhre. Solange das nur vereinzelt geschieht, kann es zum Sodbrennen mit seinen typischen Beschwerden kommen. Funktioniert der oben erwähnte Schließmechanismus, verhindert dieser das Aufsteigen der ätzenden Magensäure in die Speiseröhre und hält den Mageninhalt zurück. Selbst unter einem Kopfstand kommt es deshalb zu keinem Erbrechen.

 

Ist jedoch die Funktion dieses Muskels gestört (z.B. durch einen Zwerchfellbruch), kann die aggressive Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen. Die empfindliche Schleimhaut wird dadurch entzündet und kleine Geschwüre (Erosionen) verbunden mit Schmerzen, sind die Folge. Man spricht von der Refluxkrankheit der Speiseröhre.

 

Erkrankungen in Verbindung mit Sodbrennen

Wenn die Beschwerden öfter als zweimal pro Woche auftreten, sollte man in jedem Fall mit dem Arzt darüber sprechen. Auf keinen Fall gilt es diese auf die leichte Schulter zu nehmen.

 

Eine Entzündung der Speiseröhre ist umso wahrscheinlicher, je häufiger Sodbrennen auftritt und je länger die Erkrankung besteht. Ihre Beschwerden (von gelegentlich kurz andauernd bis regelmäßig und stark) geben keinen Hinweis auf das Ausmaß der Erkrankung (ob gering oder schwer).

 

Bis vor wenigen Jahren wurde die Bedeutung der Refluxösophagitis vollkommen unterschätzt. Heute weiß man, dass es ohne gezielte Behandlungen bei bis zu 1/3 der Patienten zu gefährlichen Komplikationen (wie Geschwür, Blutung, Verengung der Speiseröhre oder Speiseröhrenkrebs) kommen kann. In den letzten Jahren hat man außerdem erkannt, dass durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre auch Nachbarorgane, wie Atemwege und Herz betroffen sein können.

 

Speiseröhre, Herzkranzgefäße und Atemwege werden vom selben Teil des Nervensystems versorgt. Die säurebedingte Reizung der Speiseröhre kann reflexartig zu einer Verkrampfung der Herzkranzgefäße oder der Luftröhrenäste führen. Fallweise gelangt die Magensäure auch in die Mundhöhle und von dort in die Atemwege. Reizhusten, vor allem nachts, chronischer Husten, chronische Bronchitis, chronische Heiserkeit oder asthmatische Beschwerden sind dann oftmals die Folge. Außerdem können heftige Schmerzen im Bereich der Speiseröhre eine Herzkrankheit (Angina pectoris Anfall) vortäuschen.

 

Sodbrennen ist also keine harmlose Befindlichkeitsstörung, sondern deutet bei regelmäßigem Auftreten eine ernsthafte Erkrankung an.

 

Was kann ich vorbeugend tun?

Zur Linderung der Schmerzen kann eine Änderung der Lebensgewohnheiten beitragen wie zum Beispiel:

  • Gewichtsabnahme

  • Verzicht auf opulente Mahlzeiten besonders vor dem Hinlegen (sowohl mittags als auch abends)

  • Versuchen Sie spät eingenommene Mahlzeiten zu vermeiden (Betthupferl)

  • Kleine (5-6) und regelmäßige Mahlzeiten über den Tag verteilt, wirken sich günstig aus

  • Einschränkung des Konsums von Kaffee, Alkohol, Nikotin, fetten Speisen und scharfen Gewürzen - Faserreiche Kost (wie zum Beispiel Weizenkleie) und ausreichende Flüssigkeitszufuhr setzen den Magen nicht unter Druck 

  • Vorsicht bei Speisen wie Ölsardinen oder Hülsenfrüchte, die besonders lange im Magen liegen bleiben

  • Rauchinhaltsstoffe fördern den Reflux, verzögern den angestrebten Heilungsverlauf der entzündeten Speiseröhrenschleimhaut und verstärken Symptome 

  • Vermeidung von zu enger Kleidung oder einschnürender Kleidungsstücke- Vermeiden von zu langem Sitzen

  • Vermeiden von körperlicher Anstrengung (z.B.: Heben schwerer Gegenstände)

  • Vermeiden von Pressen beim Stuhlgang

 

Medikamentöse Therapie

Im Falle einer Speiseröhrenentzündung ist eine konsequente medikamentöse Therapie dringend erforderlich. Es gilt ein gefährliches Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und deren Rückbildung einzuleiten. Schmerzen lassen sich damit zuverlässig und rasch beseitigen.

 

Zur Therapie eignen sich besonders Protonenpumpenhemmer, die die Bildung von Magensäure stark und lange reduzieren. Diese werden zur Abheilung der Refluxösophagitis über 4-12 Wochen (= Therapiephase) eingenommen. Die Beschwerden klingen meist schon nach 1 Tag ab, obwohl die Heilung der Entzündung länger dauert. Darum ist es wichtig, das von Ihrem Arzt verordnete Medikament im empfohlenen Zeitraum kontinuierlich einzunehmen. Ein frühzeitiger Therapieabbruch führt in den meisten Fällen relativ rasch zu neuerlichem Sodbrennen.

 

Treten bald nach Beendigung dieser Therapiephase erneut Beschwerden auf, muss eine Langzeitbehandlung mit einem Protonenpumpenhemmer ernsthaft in Betracht gezogen werden. Damit sollen erneute Schleimhautschäden in der Speiseröhre und damit verbundene Beschwerden gelindert werden.

 
Fragebogen

 

  • Haben sie mehrmals im Monat Sodbrennen oder spüren Sie ein Brennen im Hals?

  • Wachen Sie nachts manchmal mit Sodbrennen auf?

  • Bekommen Sie beim Sport oder bei Anstrengungen Sodbrennen?

  • Bemerken Sie öfter – beispielsweise nach dem Essen – ein saures Aufstoßen?

 

Wenn Sie einmal oder mehrmals mit ja geantwortet haben, dann beantworten Sie bitte noch die folgenden 4 Fragen:

 

  • Haben Sie mehr als zweimal pro Woche Sodbrennen oder wachen Sie nachts immer wieder damit auf?

  • Spüren Sie ab und zu oder regelmäßig Schmerzen hinter dem Brustbein, die bis zum Rücken ausstrahlen können?

  • Verzichten Sie auf bestimmte Speisen oder Getränke aus Angst vor Sodbrennen?

  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente aus der Apotheke gegen Sodbrennen ein?

 

Wenn Sie auch im zweiten Frageblock einmal oder mehrmals mit Ja geantwortet haben, dann sprechen Sie bitte Ihren Hausarzt so bald wie möglich darauf an. Er kann gegebenenfalls ganz gezielt Ihre Beschwerden behandeln und abklären, ob Ihr Sodbrennen gefährlich ist oder nicht. Zeigen Sie Ihrem Arzt diesen Fragebogen und sagen Sie ihm, welche Fragen Sie mit ja beantwortet haben. Er kann so schneller und gezielter auf Ihre Beschwerden eingehen.

WANN DEN ARZT KONTAKTIEREN?

Am Häufigsten bei anhaltenden Oberbauchbeschwerden, die trotz Therapie nicht besserbar sind, aber auch bei Refluxbeschwerden, die trotz Medikamente nicht verschwinden.

 

Symptome: 

Sodbrennen, Druck hinter dem Brustbein, chron.Husten, Verdacht auf Helicobacter-
pylori-Infektion.  

 

Untersuchung:

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